Mein Kind lernt anders

Aber lernt es wirklich besser, auch im Hinblick auf sein weiteres Leben? Eltern, die ihre Kinder in reformpädagogische Schulen schicken, sind davon überzeugt. In der April-Ausgabe der “Welt der Frau” habe ich dazu einen ausführlichen Themenschwerpunkt gestaltet. Welches Resümee ziehen AbsolventInnen solcher Schulen und was sagen Studien? Von diesen gab es bisher erstaunlich wenig, zu sehr standen Ideologien im Vordergrund, zu sehr waren deren Verfechter oftmals von ihren pädagogischen Richtungen überzeugt, etwa Anhänger der Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner oder der Montessori-Pädagogik, um nur einige der wichtigsten Strömungen zu nennen.

Zusätzlich zu einer Analyse geben drei Beispiele Einblicke in den reformpädagogischen Schulalltag: Die neue Waldorfschule in Pamhagen wird vorgestellt, ebenso wie eine etablierte Alternativschule, die Freie Schule Hofmühlgasse in Wien. Da viele reformpädagogische Ansätze auch bereits in Regelschulen umgesetzt werden, habe ich auch eine öffentliche Schule besucht: die Volksschule Gilgegasse in Wien. Und zuletzt: Bildungspsychologin Barbara Schober gibt Anhaltspunkte für Eltern, die sich lange überlegen: Welche Schule passt nun zu meinem Kind?

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Lange gebrütet

Manche Paare ringen lange um eine Entscheidung, ob es nochmals Nachwuchs geben soll. Einige lässt diese Frage sogar in eine handfeste Beziehungskrise schlittern. In der  ”Welt der Frau” (März-Ausgabe) habe ich dazu einen Beitrag gestaltet. Es wird die Geschichte von zwei Paaren erzählt: Das eine überlegt zwar lange, aber Mann und Frau sind sich eigentlich vom Herzen her einig, dass noch ein Baby schön wäre. Aber eher praktische Fragen lassen sie zögern. Das zweite Paar hat es viel schwerer, denn sie sind uneinig. Die Frau will, der Mann nicht – auf keinen Fall. Eine solche Situation kann für beide sehr schmerzhaft werden, denn einen Kompromiss kann es nicht geben. Einer muss nachgeben, der andere kann sich durchsetzen. Wie aber weiterleben als Paar?

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Ich bin die bessere Mutter!

Viele Frauen, die Kinder haben, fühlen sich unter Druck gesetzt: Sie wollen alles perfekt machen – im Beruf, als Frau, in der Beziehung und vor allem mit ihren Kindern. Immer noch geistert das Ideal einer immer liebevollen, geduldigen, aufopfernden und pädagogisch immer richtig handelnden Mutter durch die Köpfe vieler Frauen. Sie tun sich und anderen damit keinen Gefallen: Statt Solidarität unter Müttern herrscht eher Konkurrenzdruck und Abwertung, wenn eine Mutter dem Ideal nicht ganz entspricht.

In der Jänner-Ausgabe der “Welt der Frau” habe ich mich mit dem Phänomen und den Folgen des Mutterideals auseinandergesetzt. Drei Mütter geben Einblicke, wie sie mit dem Ideal umgehen. Die Wiener Psychotherapeutin Maria Weissenböck zeigt zudem auf, wie jede Frau den für sich passenden und stimmigen Weg finden kann, ihre Mutterschaft zu leben, ohne von Schuldgefühlen, Konkurrenzdruck und schlechtem Gewissen geplagt zu sein.

Eine der befragten Frauen erkrankte nach der Geburt ihres zweiten Kindes an einer postpartalen Depression. Sie ist der Meinung, dass vor allem das vorherrschende Mutterideal und der Perfektionismus, der daraus folgt, Gründe waren, warum sie depressiv wurde. Ulrike Schrimpf hat dazu ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Geschichte erzählt, aber auch umfassend Hintergründe und Wege zur Heilung aufzeigt.

Ulrike Schrimpf: Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche. Südwest Verlag 2013, brosch., 224 Seiten, 17,50 €.

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Der Samenspender aus dem Internet

Da lesbische Paare und Single-Frauen in Österreich keine Samenspende in Anspruch nehmen dürfen, greifen einige zu Do-it-yourself-Methoden und suchen im Internet oder Bekanntenkreis einen Samenspender. Worauf lassen sie sich da ein? In der Presse am Sonntag vom 15. Dezember 2013 habe ich dazu einen umfassenden Artikel gestaltet.

Die Suche nach betroffenen Menschen war sehr aufwendig. Besonders schwierig war es, alleinstehende Frauen oder heterosexuelle Paare zu finden, die auch via Internet einen Samenspender suchen. Letztlich ist es aber gelungen. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Verein “FAmOs” bedanken, über deren Verteiler ich mit lesbischen Paaren in Kontakt treten konnte. “FAmOs” ist ein junger Verein, der sich für “Regenbogenfamilien” stark macht.

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Total operiert

In einem neuen Buch berichten Frauen über ihr massives Leiden nach Entfernung beider Eierstöcke und/oder der Gebärmutter. Sie klagen, dass sie von ihren Ärzten und Ärztinnen zu wenig über mögliche Folgen und Alternativen aufgeklärt und mit ihren Beschwerden nach dem Eingriff zu wenig ernst genommen wurden. Die Reaktionen von Experten und Expertinnen auf diese Vorwürfe sind gespalten. Lesen Sie dazu in der September-Ausgabe der “Welt der Frau“.

Zum Buch: Edith Schuligoi: Frauenkastration. Leben nach dem Verlust von Gebärmutter und Eierstöcken. edition riedenburg 2013, 185 Seiten, broschiert, Euro 20,50

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Der ungeborene Patient

Immer öfter gelingt es Ärzten, Kinder mit schweren Fehlbildungen bereits im Mutterleib zu operieren, um ihr Leben zu retten oder gravierende Schäden abzuwenden. Man nennt diese Sparte der Medizin Fetalchirurgie. In der “Presse am Sonntag” vom 14. Juli habe ich dazu einen Bericht gestaltet. Eine Mutter berichtet über die wohl schwierigsten Stunden ihres Lebens: der Operation am winzigen Herzen ihres noch ungeborenen Sohnes.

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Maries Reise ins Unbekannte

Sie ist seit Jahren in diesem Land heftig umstritten: Die Eizellspende. Doch noch ist dieses reproduktionsmedizinische Verfahren in Österreich verboten. Gar nicht so wenige Paare in diesem Land ignorieren das Verbot und reisen ins Ausland, um dort mittels Eizelle einer fremden jüngeren Spenderin endlich schwanger zu werden. Argumente für und wider werden vielfach diskutiert – doch wie geht es jenen Familien, die mittels Eizellspende zu ihrem Wunschkind gekommen sind, wie geht es ihnen Jahre später? Würden sie nochmals eine Eizellspende in Anspruch nehmen, werden sie ihrem Kind erzählen, wie es entstanden ist? Fünf betroffene Frauen haben mir ihre Erfahrung mit der Eizellspende mitgeteilt. Nachzulesen ist der daraus entstandene Artikel  ”Maries Reise ins Unbekannte” in der Sommerausgabe der österreichischen Frauenzeitschrift Welt der Frau.

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Zu stille Brüste? – eine Buchrezension

Hebamme Kristina Seifert konnte es offenbar nicht mehr hören: Stillen, besonders lange andauerndes, ruiniere doch gnadenlos die Brust. Um dieses weit verbreitete Vorurteil zu entkräften, bat sie 50 Frauen mit nackter Brust vor die Kamera und fasste die schwarz-weiß-Aufnahmen in einem „Fotobuch“ zusammen. Die Brüste unterschiedlichster Form haben eines gemeinsam: sie alle spendeten für eine gewisse Zeit Milch: Manche nur wenige Wochen, andere mehrere Jahre. Zusätzlich berichten diese Frauen zwischen 21 und 71 Jahren darüber, welche Bedeutung das Stillen für die jeweilige Mutter einnehme und ob sich ihr Körper, vor allem die Brust, während und nach der Stillzeit verändert habe. Auch die Partner der Frauen geben Auskunft, wie sie das Stillen und den veränderten Körper ihrer Partnerinnen beurteilen. Insgesamt eine spannende und mutige Idee – auch in Zeiten der Femen!

Es ist allerdings kein Buch subtiler Botschaften. Die Autorin, Mutter von vier gestillten Kindern, macht deutlich, was sie mit dem Buch bezwecken will: Stillt lange, es schadet dem Busen nicht! Tatsächlich nehmen zwar die meisten der abgebildeten Frauen Veränderungen an Brust und Körper nach Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit wahr, doch sie alle beurteilen diese Spuren als durchwegs positiv. Sie sind stolz auf die Leistungen ihres Körpers und würden für keinen perfekten Körper der Welt die innigen Momente während des Stillens missen wollen. Gut so!

Schnell und interessiert las ich das Buch in einem Abend aus – übrigens mit meinem Kind an der Brust, das nach langem Nuckeln eingeschlafen war. Und doch blieb ein zwiespältiger Eindruck.

Denn irgendwie hat man das Gefühl, das 125 Seiten umfassende Buch zu schnell ausgelesen zu haben. Zu viele der Frauen antworten zu kurz auf die Fragen der Autorin nach Bedeutung des Stillens und Körperveränderungen. Bei vielen Frauen bleibt die Hälfte der Seite leer. Gewiss lässt sich manches prägnant sagen, aber mögliche ambivalente Gefühle und verschiedene Erfahrungen werden dadurch nicht deutlich genug. Hatten die Frauen wirklich nicht mehr zu sagen? Ähnliches muss von den Partnern (Partnerinnen) der Frauen gesagt werden: Bei vielen Frauen bleibt die Frage, was “der Partner” meine, offen, dabei war gerade dieser Perspektivenwechsel besonders interessant.

Also eigentlich sind diese „stillen Brüste“ zu still. Ich hätte gerne mehr von diesen Frauen und ihren Erfahrungen gelesen. Diese Kürze in manchen Antworten bringt es auch mit sich, dass das Buch mit der Zeit eintönig wird.

Man könnte natürlich argumentieren, dass Bilder mehr als tausend Worte sagen. Auch die Autorin fordert ihre Leserinnen und Leser auf, die Bilder anzuschauen und selbst zu urteilen, ob die Vorurteile stimmen würden. Das Buch zeigt das normale Spektrum von Brustformen, und das ist es auch, was man jedem sagen könnte, der dieses Vorurteil äußert: Ja, die Brust verändert sich, aber bei den meisten Frauen nicht so offensichtlich, dass es ein Außenstehender wahrnehmen könnte. Insofern hat das Buch einen wichtigen Beitrag zu einer realistischen Sichtweise auf die weibliche Brust gegen die Übermacht von „Designerbrüsten“ geleistet. Jede Brust hängt ein wenig, die eine mehr, die andere weniger, Punkt. Aber dazu hätte man den Still-Aspekt nicht unbedingt gebraucht.

Nicht zuletzt deshalb wäre es gut gewesen, wenn die Autorin ausführlicher in das Buch eingeführt und die Berichte der Frauen zusammengefasst hätte. So hätte sie auch ein paar „hard facts“, also Studienergebnisse zu Körperempfinden und Veränderungen durch Schwangerschaft, Geburt und Stillen, einbauen können. Ebenso wäre es gerade bei einem deutlich gekennzeichneten Plädoyer wichtig gewesen, genau zu erklären, warum man gerade diese 50 Frauen und ihre Brust abgebildet hat und nicht andere 50. Wurden alle Frauen in das Projekt einbezogen, die sich gemeldet haben? Oder nur die, die gerne gestillt haben? Wurden manche ausgeschlossen, aus welchem Grund? Das sollte in so einem Buch, das in einem ideologisch heiß umstrittenen Bereich Stellung bezieht, nicht fehlen. Die Gründe können alle legitim und nachvollziehbar sein, sie gehören aber offen gelegt.

Insgesamt weiß man nicht genau, ob Seiferts Buch tatsächlich ein Fotoband sein möchte, dann wäre Hochglanz ideal gewesen. Oder es sollte doch ein Erfahrungsbuch im üblichen Stil des Verlages sein, dann hätten die Frauen doch ein wenig ausführlicher über sich berichten sollen.

So bleibt leider der Eindruck eines etwas zu hastig durchgeführten Projekts, das zwar mutig und außergewöhnlich ist, das sicher auffallen und für Gesprächsstoff sorgen wird, das aber doch in dieser Form unter den Erwartungen geblieben ist.

Stille Brüste. Von Kristina Seifert. Edition riedenburg 2013, brosch., 19,90 €, 125 Seiten.

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Ein fruchtbarer Schmerz?

Die aktuelle Ausgabe der unabhängigen deutschen Gesundheitszeitung “Dr. med. Mabuse” widmet sich dem Thema Schmerz. Ich habe einen Artikel zum Geburtsschmerz beigesteuert und die Frage diskutiert: Braucht es ihn, wird er idealisiert oder zu sehr verteufelt, darf er bekämpft oder muss er ausgehalten werden? Kurz: Ist es bloß ein furchtbarer Schmerz oder doch ein fruchtbarer? Wahrscheinlich für die meisten Frauen wird beides zutreffen.

Der Artikel befasst sich mit der Natur dieses Schmerzes und mit der zurzeit am weitesten verbreiteten Form der Schmerzlinderung: der PDA (Periduralanästhesie). Vor- und Nachteile werden diskutiert. Für die einen ist sie ein Segen, andere verfluchen sie. Die meisten GeburtshelferInnen werden aber der Meinung sein, dass sie durchaus ihre Berechtigung hat.

In meinem Artikel konnte ich – aus Platzgründen – einen weiterführenden Aspekt nicht mehr ansprechen: den Zusammenhang zwischen Schmerzerleben und Zufriedenheit mit der gesamten Geburt. Denn es wird rasch klar, wenn man Geschichten von Geburten hört und liest: So manche Frau, die enorme Schmerzen beschreibt, war dennoch sehr zufrieden mit ihrer Geburt, und umgekehrt.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2002 (Am J Obstet Gynecol, May 2002) ging dieser Frage nach und kam zum Schluss, dass weniger das Schmerzerleben oder das Geburtsumfeld die Zufriedenheit der Frauen bestimmte, sondern vor allem vier Aspekte: Die persönliche Erwartung der Frau, die Intensität und Qualität der Betreuung durch die GeburtshelferInnen und zuletzt noch ein Aspekt, der mit Autonomie beschrieben werden kann, also dem Gefühl, bei Entscheidungen einbezogen worden zu sein.

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Nach dem positiven Schwangerschaftstest zur Hebamme

Schwangere Frauen sollen auch von Hebammen betreut werden, meinte das Wiener Hebammenzentrum und setzte diese Idee in einem Projekt um. Nun wurde ein erstes Resümee gezogen, das nicht alle Erwartungen erfüllte.

Ein Bericht von Regine Bogensberger

Es ist eine langjährige Forderung von Hebammenverbänden hierzulande: Frauen sollen in der Schwangerschaft nicht nur von Frauenärzten und Frauenärztinnen betreut werden, sondern auch von einer Hebamme und zwar ebenso kostenfrei, also von einer Krankenkasse bezahlt. Dadurch sollte eine ganzheitlichere Versorgung der Frauen sicher gestellt sein, so das Argument dahinter.

Um zu zeigen, wie das funktionieren würde, rief der Wiener Verein freier Hebammen – das Hebammenzentrum – vor zwei Jahren ein Projekt ins Leben: das sogenannte “Pilotinnenprojekt”. Die deutsche Auerbachstiftung finanzierte das Vorhaben, vorerst für zwei Jahre. Die Finanzierung eines weiteren Jahres ist laut Hebammenzentrum nun ebenso gesichert.

Doch was brachte dieses kostenlose Angebot für schwangere Frauen in Wien? Das Hebammenzentrum unter der Leitung von Heidi Achter und Regina Zsivkovits zog kürzlich in Wien Bilanz. Zunächst wurde es laut Projektleitung gut angenommen: 370 Frauen wurden in diesen zwei Jahren von neun Hebammen während der Schwangerschaft betreut. Es gab während der Schwangerschaft ungefähr vier Treffen zwischen der Frau und ihrer Hebamme. Geburt und Wochenbett wurden aber nicht von dieser Hebamme mit betreut. Das hätte den finanziellen Rahmen des Projekts gesprengt, begründet Hebamme Zsivkovits diese Eingrenzung.

Zufrieden waren die Frauen trotzdem, wie die Auswertung des Feedback-Fragebogens durch die Psychologin und Sozialarbeiterin Angelika Markom zeigte. Fast alle Frauen, die den Fragebogen zurückschickten, waren mit der Betreuung durch die Hebamme „ausgesprochen zufrieden“. Nur zwei waren es nicht. Deren Begründung: Sie wollten noch mehr davon. 80 Prozent der Frauen berichteten, dass die Arbeit der Hebamme eine positive Auswirkung auf ihre Schwangerschaft hatte. Sie fühlten sich „sicherer und entspannter“. Dass sie angstfreier und selbstbestimmter in die Geburt gingen, gaben 58 Prozent der Frauen an.

Obwohl das Projekt die Erwartungen der Frauen erfüllt zu haben scheint, die Initiatorinnen des Projekts hätten sich anfänglich noch mehr erwartet: eine Auswirkung ihrer Arbeit auf die Kaiserschnitt- und Frühgeburtenrate. Hier verhielten sich die Zahlen aber ähnlich wie die Gesamtstatistik: 30 Prozent der Frauen wurden per Bauch-Op entbunden, zehn Prozent bekamen ihre Kinder zu früh (Gesamtstatistik 2011: 29 Prozent Sectio-Rate, Frühgeburten: 8,3 Prozent).

Sie hätten erkennen müssen, dass es mehr dazu brauche als Hebammen-Betreuung in der Schwangerschaft, um die Kaiserschnittrate zu senken, kommentierte Zsivkovits die Ergebnisse. Sie bezeichnete das Projekt als etwas „Zartes“, das für die Frauen zwar viel bedeute, sich aber nicht durch große greifbare Ergebnisse niederschlagen würde. Das würde die Zufriedenheit der Frauen zeigen.

Martin Schenk, Armutsforscher der Diakonie Österreich, gibt ihr recht. Er ortet hierzulande „deutliche Lücken“, was die Betreuung von Familien in der Zeit der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbetts betrifft, dies gelte vor allem für armutsgefährdete Familien. Das Projekt der Hebammen sei demnach ein wichtiger Baustein von „Frühen Hilfen“, also früh ansetzender präventiver Projekte. Schenk fordert eine bessere Vernetzung zwischen dem Cure-Sektor, also der medizinischen Versorgung, und dem Care-Sektor, dem sozial-psychologischen Bereich. Letzterer sei in Österreich traditionell unterversorgt. Hebammen würden beide Sektoren in ihrem Berufsbild vereinen und somit eine Schlüsselrolle in diesem Prozess der Vernetzung einnehmen.

Damit dürfte Schenk auch die Zukunft und die Bedeutung des Projekts auf den Punkt gebracht haben: Es geht nicht nur darum, das Angebot langfristig zu etablieren, sondern auch um eine bessere Abstimmung und Verbindung verschiedener Akteure im System Schwangeren-und Wöchnerinnen-Betreuung, wurde in der Diskussion des Projekts deutlich. Dann würde man auch nicht Gefahr laufen, von einem Teil zu viel zu erwarten.

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